Verkauf der EADS-Anteile durch DaimlerChrysler:
Barthel begrüßt Beteiligung des Bundes
Aber: Wer zahlt, muss auch anschaffen können
Grundsätzlich begrüßt hat der wirtschaftspolitische Sprecher und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landesgruppe Bayern im Deutschen Bundestag, Klaus Barthel, den Verkauf eines Anteils von 7,5 Prozent am Airbus-Mutterkonzern EADS an ein Konsortium von privaten und staatlichen Investoren durch DaimlerChrysler.
„Für die Beschäftigten und den Standort Deutschland ist das ein richtiges Signal“, erklärte der Abgeordnete. Es sei richtig gewesen, ordnungspolitische Glaubenssätze zurückzustellen. Der Staat könne sich durchaus erfolgreich an einem Privatunternehmen beteiligen. „Um so weniger ist für mich aber nachvollziehbar“, sagte der Parlamentarier, „dass das Stimmrecht des verkauften Aktienpakets bei DaimlerChrysler verbleiben soll“. Im Prinzip kassiere der Stuttgarter Fahrzeugkonzern jetzt 1,5 Milliarden Euro de facto ohne Gegenleistung, während auf der anderen Seite der französische Staat massiven Einfluss ausübt.
DaimlerChrysler sei bei der Standortsicherung in Deutschland bislang nicht sehr positiv aufgefallen. „Die Entscheidungen des Konzerns werden weiterhin an reinen Renditegesichtspunkten ausgerichtet sein, aber nicht an Arbeitsplätzen in Deutschland. Dass das Management aber auch häufig versagt hat, haben wir beim Chrysler-Abenteuer und bei DASA gesehen. Einmal mehr haben wir auch erlebt, was von dröhnenden Äußerungen führender CSU-Politiker an die Adresse von EADS zu halten ist, den Konzern unter Druck zu setzen: Nichts als heiße Luft.
Für zumindest erklärungsbedürftig hält der SPD-Politiker auch den Kaufpreis ohne Paketabschlag. Ein Nachlass auf den normalen Börsenkurs sei bei großen Aktienpaketen sonst durchaus üblich. „Insgesamt aber sehe ich die Chancen für eine erfolgreiche Sanierung des EADS-Konzerns ohne Arbeitsplatzabbau durch die heutige Transaktion als deutlich gewachsen an“, meint Barthel. „Um Garantien zu erreichen, fordere ich aber Nachverhandlungen über die Stimmrechtsausübung beim DaimlerChrysler-Paket“.
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Presse 2007
