14.12.07: S-Bahn-Situation im Großraum München
Klaus Barthel zur Situation der S-Bahn:
„Stellungnahme des Eisenbahn-Bundesamtes liegt bereits vor“
Längst eingeschaltet hat sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel in die unzumutbaren Einschränkungen und Verspätungen im S-Bahn-Verkehr im Großraum München. Bereits Anfang November 2007 hat sich der Abgeordnete an das Eisenbahn-Bundesamt gewandt und um eine Stellungnahme gebeten.
In seiner Antwort vom 10. Dezember 2007 an den Abgeordneten schreibt dessen Präsident, Dipl.-Ing. Armin Keppel, dass die Anordnungen des Eisenbahn-Bundesamtes „für die Sicherheit des Eisenbahnbetriebes ganzjährig zwingend erforderlich“ seien. Die DB-Regio AG habe eigenverantwortlich Anpassungen zur Optimierung des Gleitschutzes an den Fahrzeugen vorgenommen, die sich inzwischen „als kontraproduktiv“ erwiesen hätten. Der ursprüngliche Verdacht des Amtes sei durch einen externen Gutachter bestätigt worden und hätte die Behörde „zum sofortigen Einschreiten veranlasst, da andernfalls erhebliche Sicherheitsgefahren bestanden hätten“. Allein seit dem Inkrafttreten der Anordnung durch die Behörde sei es zu elf weiteren bekannten Verfehlungen des Bremszielpunktes gekommen.
„Die Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr in München stehen aber nur mittelbar im Zusammenhang mit den Anweisungen“, schreibt Präsident Keppel weiter an Barthel. Vielmehr sei das Zusammenwirken einer Vielzahl von Problemen die Ursache. Durch das Nadelöhr des Innenstadttunnels der Stammstrecke würden selbst minimale Verspätungen den Betrieb aus dem Takt bringen.
Ein Großteil der Verspätungen habe aber gar nichts mit den Auflagen des Eisenbahn-Bundesamtes zu tun. Bereits seit Jahren würde auf den besonders gefährdeten Strecken wie nach Wolfratshausen, Erding, Tutzing und Kreuzstraße jeden Herbst mit reduzierten Geschwindigkeiten gefahren. Der durch den Laubfall bedingte Schmierfilm auf den Schienen lässt die DB Regio AG als Betreiberin der S-Bahn regelmäßig zu solchen Maßnahmen greifen.
Um das gewohnte und dringend erforderliche Beförderungsangebot wieder herzustellen, müsse die Bahn die Fahrzeuge der beanstandeten Baureihen wieder so ausrüsten, „dass die allgemein gültigen Regeln der Technik“ eingehalten werden. Die DB Regio AG ermittle derzeit, ob dazu der Einbau einer ausfallsicheren Magnetschienenbremse erforderlich ist, oder eine vergleichsweise einfache Änderung der Bremssoftware ausreiche.
In einem weitern Schreiben an die Bahn selbst verlangt Klaus Barthel, unverzüglich das erforderliche Beförderungsangebot sicherzustellen. „Ich erinnere daran, dass erst vor kurzer Zeit der Tunnel der Stammstrecke in München mit erheblichem Aufwand und mit erheblichen Einschränkungen für die Fahrgäste ‚ertüchtigt’ worden ist um die Taktzeiten zu verkürzen“. Es sei fast ein Treppenwitz, wenn jetzt aber nur genau so viele S-Bahnen durch den Tunnel fahren können wie vorher – trotz der gerade erst getätigten Investitionen. Der Parlamentarier verlangt weiter präzise Auskunft über die eigenmächtigen Veränderungen an den Fahrzeugen ohne die erforderliche Genehmigung durch das Eisenbahn-Bundesamt.
Barthel verweist auch auf eine schriftliche Anfrage seiner Kollegin aus dem Landtag Kathrin Sonnenholzner (SPD) an die Bayerische Staatsregierung vom 13. November 2007, die an das vertraglich vereinbarte „266-Millionen-Euro-Ausbauprogramm“ zur Einführung des 10-Minuten-Taktes und die Notwendigkeit und Dringlichkeit der 2. S-Bahn-Stammstrecke erinnert.
Für den Schienenregionalverkehr ist allein der Freistaat zuständig, er beauftragt Strecken und Frequenz. „Ich wünsche mir von der regierenden CSU für die S-Bahn wenigstens die Hälfte des Einsatzes, den sie für den unsinnigen Transrapid an den Tag legt. Den Millionen Pendlern aus der Region wäre damit ungleich mehr geholfen“, so Barthel.
