16.05.07: Telekom-Streik ist legitim und legal
Klaus Barthel, MdB: “Dieser Streik ist legitim und legal!“
Abgeordneter wirft Telekom-Vorstand eklatantes Managementversagen und Lohndumping vor
Vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ver.di-Kundgebung am 16. Mai 2007 zum Streik bei der Telekom in München hat Klaus Barthel, stellvertretender Vorsitzender der bayerischen Landesgruppe der SPD-Bundestagsfraktion, dem Vorstand der Deutschen Telekom AG „eklatantes Managementversagen“ und den Versuch des Lohndumpings vorgeworfen. Obwohl der Konzern in den letzen zehn Jahren jetzt zum 17. Mal umstrukturiert würde, seien die Arbeitsabläufe nie richtig angegangen worden, eine Strategie für die Markteinführung von VDSL fehle offenkundig.
Heute würden fünf Jobkiller gleichzeitig aufeinander treffen:
- Ein brutaler Markt um Anteile in einem Markt mit immer niedrigeren Preisen;
- Eine Regulierung mit dem Ziel, den Marktanteil der Telekom zu senken;
- Wettbewerber, die Massenarbeitslosigkeit rigoros zu Lasten der Beschäftigten in Call-Centern, Bautrupps und Büros nutzen;
- Ein Rationalisierungsschub durch eine neue Netzgeneration und
- vor allem dem Versagen des Managements.
Klaus Barthel wies insbesondere auf die Rolle des ehemaligen Telekom-Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer hin, der durch die Hintertür wieder beim Konzern angekommen sei: Als Berater der Investmentgesellschaft Blackstone, die gerade am meisten Druck für höhere Renditen mache. Auch der Bund sei als Großaktionär an das Aktienrecht gebunden und damit dem Anteilseignerinteresse verpflichtet. „Wer einmal an der Börse ist“, so Barthel, „ist deren Gesetzmäßigkeiten unterworfen“.
Die SPD-Bundestagsfraktion habe mit ihrem Vorsitzenden Peter Struck an der Spitze immer wieder klar Position bezogen: „Die Zukunft, die neuen Technologien, bessere Arbeitsabläufe, können nur mit und nicht ohne die Beschäftigten funktionieren.“ Bundesfinanzminister Peer Steinbrück habe auch öffentlich erkennen lassen, dass der Bund mit seiner Sperrminorität jedem Versuch, die Telekom zu zerschlagen, eine klare Absage erteile.
Das jetzige Vorhaben der Deutschen Telekom AG bezeichnete Klaus Barthel als den ersten Versuch eines DAX30-Unternehmens, die gesamten Arbeitsbedingungen im großen Stil massiv abzusenken. Die Volkswirtschaft vertrage aber keine „tarifpolitische Geisterfahrt“. Der aktuelle Streik richte sich nicht gegen, sondern in seinen Zielen für das Unternehmen und die Kunden. Die Telekom brauche mehr und besseren Service für die Kunden, aber keinen Personalabbau, um konkurrenzfähig zu sein.
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