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Schnäppchen oder Menschenrechte?
Klaus Barthel zum Tag der Internationalen Menschenrechte
am 10. Dezember

„Das Dilemma beim Thema Menschenrechte ist“, so der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel, „dass wir glauben, die Probleme lägen Tausende Kilometer von uns entfernt. Dabei stehen wir in Zeiten einer globalisierten Wirtschaft mittendrin.“

Barthel spielt dabei an auf die sog. „leisen“ Menschenrechtsverletzungen, die nicht allzu oft über die Medien publik gemacht werden. Auf Menschenrechtsverletzungen, die unwissend oder gedankenlos begangen werden. Zum Beispiel bei der Schnäppchenjagd in den Discount-Läden.

„Eine aktuelle Studie belegt, wie sich der durchschnittliche Preis eines Billig-T-Shirts zusammensetzt“, erläutert der Abgeordnete. „Demnach entfallen 50 % an den Einzelhandel, 25 % sind der Preis für die Markenwerbung, 13 % die Fabrikkosten, 11 % entfallen auf Transport und Steuern - und 1 % sind Lohnkosten! Ein einziger Prozentpunkt!“

Zum Tag der Internationalen Menschenrechte am 10. Dezember bittet Barthel die Mitbürgerinnen und Mitbürger in seiner heimischen Region, nach Möglichkeit einmal nicht dem Motto „Geiz ist geil“ zu folgen. „Mit ist auch klar, dass bei der derzeitigen, sehr bedauerlichen sozialen Schieflage in Deutschland manche Menschen auf die Billigangebote angewiesen sind. Aber die meisten von uns, ob Normal-, Besser- oder Top-Verdiener, greifen auch ohne Not gerne bei Schnäppchenangeboten zu. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit möchte ich deshalb uns allen dringend ins Gedächtnis rufen: irgendwo auf dieser Welt zahlt immer wer den wahren Preis...“

Auch bei uns müssen wir der schleichenden Aushöhlung der Menschenrechte vorbeugen, sei es bei hilfebedürftigen Menschen, sei es bei skandalösen Übergriffen gegen Arbeitnehmer und Betriebsräte durch illegale Überwachungsmaßnahmen wie bei Burger King bis Telekom.