18.06.09: Bahnübergang Hausham
Neueste Zugsicherungsanlage soll Wartezeiten verkürzen
Hausham. Aus Kostengründen und um Zeit zu sparen hat sich die
Deutsche Bahn AG für einen automatischen Vollschrankenabschluss
mit neuester Technik am Bahnübergang Hausham entschieden. Die
Abstimmungsgespräche mit dem Staatlichen Bauamt in Weilheim
und der Gemeinde Hausham sollen noch im Juli 2009 stattfinden.
Die Troglösung oder die städtebaulich nicht akzeptable Überführung
sind vom Tisch.
Das Bundesverkehrsministerium, so der SPDBundestagsabgeordnete
Klaus Barthel, habe ihm auf Nachfrage den
aktuellen Stand der „unendlichen Geschichte“ mitgeteilt. Nach
Aussage der Bahn wären die zuletzt favorisierten Modelle nicht nur
extrem teuer, sondern vor allem auch sehr zeitaufwändig gewesen.
Die Verlegung der Bahnstrecke in einen Trog wäre wegen der
Grundwasserproblematik, die sich in den Voruntersuchungen
ergeben hat, hätte wohl einen zweistelligen Millionenbetrag
verschlungen. Die zweite Variante, eine sehr lange Überführung der
Bahnstrecke wäre ebenso anspruchsvoll, vor allem aber den
Haushamern nicht zuzumuten.
Bei der Suche nach einer Alternative, die zeitnah realisiert werden
kann, hat die DB jetzt eine Fortentwicklung im Bereich der
Zugsicherung vorgestellt: Eine sogenannte „Gefahrenraum-
Freimelde-Anlage“ (GFA), die aufgrund ihrer Bauart gewährleistet,
dass sich kein Hindernis vor Schließen der Vollschranken auf dem
Gleisbereich befindet. Damit könnte menschliches Versagen
ausgeschlossen und die Wartezeiten am Bahnübergang Hausham
deutlich reduziert werden. Die gesamten Baukosten einschließlich
Straßenbau würden bei rund drei bis vier Millionen Euro liegen.
Unverändert trägt diese Kosten alleine der Bund.
Barthel weist darauf hin, dass das zuständige Eisenbahnbundesamt
die neue Lösung geprüft habe und die planerische Weiterverfolgung
vom EBA gebilligt sei. „Es bleibt das Geheimnis des
Eisenbahnbundesamtes“, so der Abgeordnete, „warum jetzt plötzlich
die ursprünglich von mir schon von Anbeginn vorgeschlagene und
favorisierte Lösung kommen kann, obwohl sie noch vor wenigen
Monaten von genau diesem EBA nicht genehmigt werden konnte.
Mein erster Vorschlag, den Übergang mit neuester Technik
auszustatten, wird also jetzt modifiziert nun doch umgesetzt“.
Barthel, der Bürgermeister Schreiber vorab von den jüngsten
Entwicklungen in Kenntnis gesetzt hat, geht nun von einer zügigen
Realisierung aus, die notwendige Sicherheit garantiert und
Wartezeiten so kurz wie möglich hält. Es hat sich gelohnt, am Ball zu
bleiben. Wir werden das Tor jetzt endlich schießen.
