Klaus Barthel, MdB

Streik bei Giesecke & Devrient

14.11.2005: "Solidarität zählt!"

(v.l.n.r.) Thomas Loihl, ver.di Fachgruppenvorsitzender Einzelhandel in München, Harald Pürzel, ver.di Bezirksvorsitzender München, Klaus Barthel, Bundestagsabgeordneter der SPD und Kollegen/innen von G&D Louisenthal.

Die Belegschaft der Firma Giesecke & Devrient in Louisenthal kämpfte gegen die Verlagerung ihrer Arbeitsplätze ins Ausland.

29.11.2005

Nachdem in Verhandlungen am 28.11. 05 eine Einigung auf einen Sozialvertrag zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat erzielt wurde, wurde in der heutigen 4. Streikversammlung der Streik ab Donnerstag, den 01.12.05 ausgesetzt.



26.11.2005

Zu einer Solidaritätskundgebung am Samstag, 26. November 2005, ab 11.00 Uhr, am Ludwig-Erhard-Platz in Gmund am Tegernsee, rief der SPD-Ortsverein Gmund-Dürnbach auf.

Auf der Kundgebung wird der Betriebsratsvorsitzende, Florian Umstaetter, und der örtliche Betriebsrat, Peter Stark, ein paar Worte sagen. Auch der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel wird zu den TeilnehmerInnen der Kundgebung sprechen.

18.11.2005

Resolution
(einstimmig auf der SPD-Bundeswahlkreiskonferenz 225 Oberland am 18.11. verabschiedet)

Die SPD im Bundeswahlkreis 225 Oberland
erklärt sich mit den streikenden Beschäftigten bei „Giesecke & Devrient“ in Louisenthal solidarisch.

Wir unterstützen die Streikforderungen der Gewerkschaft ver.di nach einem Sozialtarifvertrag mit folgenden Hauptforderungen:

- Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Mitte 2001

- Qualifizierung bzw. Umschulung durch eine Transfergesellschaft

- angemessene Abfindung für freiwillig Ausscheidende

Die SPD will den Erhalt qualifizierter Industriearbeitsplätze in unserer Region. Sie hat kein Verständnis für den ersatzlosen Abbau von Arbeitsplätzen in florienden Großunternehmen und dafür, dass die Gewerkschaften als Verhandlungspartner bei Betriebsverlagerungen und -umstrukturierungen abgelehnt werden.

Sie stellt fest, dass einmal mehr Staatsregierung und CSU-Mandatsträger jedes Engagement vermissen lassen, wenn es um den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region geht. Sie verstärkt damit den Verdacht, aus Arbeitsplatzverlusten politisches Kapital schlagen zu wollen, um die Arbeitnehmer unter Druck zu setzen.

Die SPD fordert die Unternehmensleitung auf, die von ihr zu verantwortende Eskalation der Entwicklung in Louisenthal sofort zu beenden und sich mit neuen substantiellen Angeboten an den Verhandlungstisch zu begeben.

17.11.2005

Solidaritätskundgebung mit dem Streik bei Giesecke & Devrient, Werk Louisenthal
am 17.11.2005 am Odeonsplatz

Der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel ruft zur Solidarität mit den Streikenden auf

Zusammenfassung und Auszüge seiner Ansprache an die Streikenden bei Giesecke & Devrient im Louisenthal, an die KollegInnen aus den Betrieben und Gewerkschaften und an die BürgerInnen, die ihre Solidarität bekunden:

Seit zwei Wochen streiken die MitarbeiterInnen von Giesecke & Devrient in Gmund am Tegernsee. Sie lassen sich nicht durch Streikbrecher noch durch immer neue Pressionen und Tricks von der Arbeitgeberseite entmutigen.

Der Bundestagsabgeordnete stellt in seiner Rede dar, wie wichtig die 240 industriellen Arbeitsplätze in dieser Region sind: „Es geht um eine jährliche Bruttolohnsumme, die rund 30mal so hoch ist, wie die jährlichen Zinserträge der Stiftung des Metro-Milliardärs für das Tegernseer Gymnasium.“

Klaus Barthel vermisst die Solidarität der Bürgermeister und des Landrats mit den Streikenden. Auch von den Ministern und Staatssekretären bei der Bayerischen Staatsregierung ist nichts zu sehen und zu hören. Klaus Barthel setzt sich gemeinsam mit den Streikenden dafür ein, dass Arbeitsplätze auch draußen auf dem Land erhalten bleiben und nicht alle stundenlang nach München zur Arbeit pendeln müssen.

Es kann nicht hingenommen werden, dass die ArbeitnehmerInnen der Willkür der Arbeitgeber und individueller Vereinbarungen unterworfen werden, sondern dies muss tariflich geregelt werden.

Bei Giesecke & Devrient lehnt es die Geschäftsführung ab mit der Gewerkschaft ver.di zu verhandeln. Sie wollen nur mit dem Betriebsrat reden, weil er keine Druckmittel zur Verfügung hat. „Diese Herren leben noch im 19. Jahrhundert, als es noch keine Koalitionsfreiheit und keine Tarifautonomie gab.“ Auch im neuen Koalitionsvertrag wurden ausdrücklich die Gewerkschaftsrechte in ihrer geltenden Form abgesichert.

Am Ende seiner Rede ruft der Abgeordnete alle auf mitzuhelfen,

- dass die Tarifautonomie mit Leben erfüllt wird,
- dass Arbeitsplätze durch diesen Streik und öffentlichen Druck erhalten werden,
- dass Löhne und Einkommen gesichert werden,
- dass Zeichen für andere Betriebe und die ganze Wirtschaft gesetzt werden und
- dass insgesamt die Entscheidungen in den Unternehmen eine neue Richtung gegeben wird, für Investition statt Spekulation, für Erhalt statt Abbau und für Arbeit statt Arbeitslosigkeit.